Raus auf die Straße zum SCHULSTREIK AM 17. JUNI 2009!
Bildungsblockaden einreißen! Selbstbestimmt Leben und Lernen!
In der Schule werden die SchülerInnen auf ihre zukünftige Rolle in der Arbeitswelt vorbereitet, welche durch Konkurrenz geprägt ist. Diese wird von klein auf anerzogen, da zwischen „guten“ und „schlechten“ SchülerInnen selektiert wird. Die Auslese findet in der Schule durch das dreigliedrige Schulsystem und das Bewerten der SchülerInnen mit Noten statt. Konkurrenz und Zukunftsangst führen zu einem enormen Leistungsdruck, dem natürlich nur ein Teil der SchülerInnen gewachsen ist. Durch die Verkürzung der Gymnasiumszeit auf 8 statt 9 Jahre werden die Anforderungen unnötig erhöht und noch mehr SchülerInnen bleiben auf der Strecke.
Leider bestimmen außerdem Geld und Herkunft die Zukunft der SchülerInnen. Nicht zuletzt wegen der Einkommensverteilung sind in Deutschland Kinder aus sozial schwächeren Familien oder mit Migrationshintergrund besonders stark betroffen: Nur wenige können sich „besseren“ Unterricht auf einer Privatschule oder selbstfinanzierte Nachhilfe leisten, außerdem fallen auch auf staatlichen Schulen Kosten an. Studieren kann nur, wer es auf das Gymnasium schafft, das Abitur besteht, und obendrein genug Geld für die hohen Studiengebühren hat. Bildung ist damit eine Ware, die nicht für alle zugänglich ist. Es wird lediglich eine kleine, gut ausgebildete Elite selektiert.
Damit wird schon durch das Bildungssystem eine Einteilung in verschieden gut gestellte gesellschaftliche Klassen vorgenommen.
Die vermittelte Bildung fördert meist nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensumfeld, stattdessen werden vorgegebene Werte und Denkweisen beigebracht. Des Weiteren steht es nicht im Vordergrund, die individuellen Stärken und Interessen der SchülerInnen zu fördern, sondern es wird versucht sie für die Arbeitswelt verwertbar zu machen.
Durch Bestrafungen, Einschüchterung und die Machtposition der LehrerInnen wird die Lust am Lernen genommen. Es herrschen eingefahrene Hierarchien, wodurch es für SchülerInnen nahezu unmöglich ist, den Schulalltag und die Lehrinhalte mitzugestalten. Die schwerwiegenden Entscheidungen, wie und was gelehrt wird, werden in den Kultusministerien gefällt, welche erfahrungsgemäß wenig Interesse an den Anliegen der SchülerInnen zeigen.
Die Schulstruktur ist verkrustet und bürokratisch, es fehlen Freiraum und Flexibilität, somit wird das Mitgestalten für SchülerInnen zusätzlich erschwert.
Da kaum Geld für Bildung vorhanden zu sein scheint, sind fast alle Schulen schlecht ausgestattet. Gelernt werden muss in viel zu großen Klassen, weil zu wenig LehrerInnen eingestellt werden. Oftmals ist auch für Klassenfahrten und Exkursionen kein Geld da. Dieser finanzielle Mangel führt dazu, dass die Schulen sich Vieles von Unternehmen sponsern lassen. Dadurch ist die Schule kein unabhängiger und neutraler Ort.
Die Bemühungen der Politik erscheinen heuchlerisch, wenn man die enormen Ausgaben für Rüstung oder zur Rettung des kapitalistischen Systems mit den beträchtlichen Kürzungen im sozialen Bereich vergleicht.
In einem anderen Gebiet dagegen ist die Politik äußerst bemüht und spendabel: Die geplante Einführung der Schüleridentifikationsnummer (Schüler ID) stellt neben der Vorratsdatenspeicherung, Kameras im öffentlichen Raum und dem neuen Polizeigesetz einen zusätzlichen Ausbau der staatlichen Überwachung dar. Sie soll Daten über Geschlecht, Geburtsdatum, Konfession, Einschulung, Schulwechsel, Sitzenbleiben, den (nicht) besuchten Unterricht, die Teilnahme an Fördermaßnahmen, die Herkunft und die zuhause gesprochene Sprache bei MigrantInnen beinhalten. Damit wird es für Kinder von Einwanderern ohne gültige Papiere unmöglich Bildung zu erlangen.
_____________________________________________________________________________
Wir fordern eine Schule für Alle, in der Niemand benachteiligt oder ausgegrenzt wird! Bildung ist ein Menschenrecht und darf deshalb nichts kosten! Das Ziel soll nicht sein, eine Elite herauszubilden, sondern alle Schüler individuell zu fördern und Allen dieselbe Bildung zu ermöglichen.
Wir lehnen den Ausbau von Kontrollstrukturen in der Schule ab; die Schüler-ID darf nicht eingeführt werden!
Wir fordern die Abschaffung der Hierarchien und eine Demokratisierung der Schule, die SchülerInnen sollen Einfluss auf Lehrinhalte und Schulalltag nehmen können!
Zudem muss Freiraum und Flexibilität für Eigeninitiativen vorhanden sein.
Motiviert lernen kann man nur ohne Leistungsdruck und Konkurrenz. Anstatt aus Kindern nur nach eigenem Erfolg strebende Einzelkämpfer zu machen, sollen Kooperation und Solidarität im Vordergrund stehen!
Für uns ist Bildung nicht stur Wissen eingetrichtert zu bekommen und auswendig zu lernen, sondern kritisch und selbstständig zu denken, zu hinterfragen, sich eigene Meinungen zu bilden und eigene Interessen zu entfalten.
Wir wollen für ein selbstbestimmtes Leben lernen und nicht für eine gute wirtschaftliche Verwertbarkeit!
Wir solidarisieren uns mit allen, die sich hier und anderswo für eine Verbesserung der bestehenden Zustände im Sinne Aller einsetzen!
Um unsere Unzufriedenheit über diese Ungerechtigkeiten zum Ausdruck zu bringen, werden wir am Mittwoch, den 17. Juni 2009 streiken.
Wir fordern alle SchülerInnen dazu auf mit uns zu demonstrieren!
Wir rufen auch die, die nicht mehr zur Schule gehen und trotzdem unsere Kritik teilen dazu auf sich an der Demonstration zu beteiligen!
AKTION BILDUNGSPROTEST KARLSRUHE
_____________________________________________________________________________
UnterstützerInnen:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW Karlsruhe
Die Falken Karlsruhe
DGB Region Mittelbaden
GEW Studis
Bilal Evsen, Mitglied des Landesschülerbeirats
Karin Binder (Mitglied des Bundestages)
Aktionskreis Internationalismus AKI
Ag Soziale Kämpfe Karlsruhe
[’solid] Karlsruhe und [’solid] Mittelbaden
Niko Fostiropoulos (Stadtrat in Karlsruhe)
„Länger gemeinsam Lernen“ Baden-Württemberg e.V.“
SoLi (Sozialistische Linke) Karlsruhe
Fachschaft Maschinenbau/Chemieingenieurswesen Karlsruhe
Grüne Hochschulgruppe Karlsruhe
Die Linke Hochschulgruppe Karlsruhe
Alternative Liste an der Universität Karlsruhe
Juso Hochschulgruppe Karlsruhe